Glocal-World.jpg

Glokale Welt

Stadtentwicklung

Die Gleichzeitigkeit der Systeme

22.07.2020

Im Jahr 2050 wird 80% der Weltbevölkerung in Städten leben. Die neuen Herausforderungen des Globalen und Lokalen werden zum "Glokalen" zusammenwachsen. Stadtpolitik wird effektiver als nationale Politik und Bürgermeister zu den wichtigsten Politikern der Zukunft

Demos Kratos

Der Ursprung der Demokratie liegt in der antiken Form des Urbanen, der griechischen Polis, und die Zukunft der Demokratie wird sich wieder gänzlich in Städten definieren, die zu prägenden Machtzentren werden. Die Zusammenarbeit der Metropolen wird zum entscheidendem globalen Parkett und Bürgermeister und -meisterinnen zu den neuen Superpolitikern und -politikerinnen.

In 2020 beobachten wir wie Nationalstaaten an den großen Themen wie Klimaschutz, Demokratie, Gesundheit, Bildung, Digitalisierung und Mobilität scheitern. Währenddessen werden die gleichen Themen im Rahmen von Städtepartnerschaften oft erfolgreich behandelt. Die neuen Glokalisten machen bereits heute Fortschritte, die kennzeichnend für die Zukunft der kommunalen und (inter)nationalen Politik wird.

Bald leben wir alle in Ballungsgebieten. Die Verdichtung der Bevölkerung in urbanen Gebieten wird zur Folge haben, dass Bürgermeister den direkten Zugang zur absoluten Mehrheit der Weltbevölkerung haben werden. Genauso wie die antike Demokratie, setzen die Gokalisten auf Volksnähe und Demokratie von unten, denn im Nahraum des Städtischen ist Demokratie noch unmittelbar und erfahrbar.

Wie wir eine gute Stadt der Zukunft im Jetzt und Hier gestalten können, bleibt für uns die spannendste Frage der Gegenwart.

Die urbane Zukunft liegt in einer sukzessiven Optimierung der bestehenden Strukturen. Die Lösung liegt nicht in der unverhältnismäßigen Mentalität einer fortlaufender Erschaffung immer neuer Systeme. Wir müssen die vorhandene Hardware – bestehende Infrastruktur, Gebäudebestand, Ressourcenmanagement – den Anforderungen einer modernen, nachhaltigen Stadt entsprechend transformieren.

Die Ansätze sind schon da. Der Holzbau wird immer ausgefeilter, setzt sich aber kaum gegen die etablierte Betonbauweise durch. Elektromobilität ist zur Wirklichkeit geworden, allerdings zu einer in der man sich wenig Gedanken über die Herkunft der Energie und das Entsorgen der Batteriezellen macht. Stadtübergreifende Smartnetze werden immer wichtiger, das Problem der Datenverarbeitung und des -schutzes bleibt aber weiterhin zu klären. Derzeit befinden wir uns in einem spannenden Moment des Wandels und es liegt an uns, wie wir die technologische und gesellschaftliche Entwicklung unserer Städte steuern. Eines bleibt sicher, wir müssen unsere städtischen Systeme aktualisieren, um auf die zukünftige Verdichtung vorbereitet zu sein.

Glocal-World.jpg

Das könnte Sie auch interessieren